Licht im Advent
Warum die stillste Zeit des Jahres Raum für echte Veränderung…
Ein paar Gedanken zu Fasching, Identität & innerem Gleichgewicht.
Fasching ist die Zeit der Masken.
Wir schlüpfen in andere Rollen, probieren Identitäten aus, erlauben uns, für einen Moment jemand anders zu sein.
Doch wenn wir ehrlich sind:
Tragen wir nicht das ganze Jahr über Masken?
Rollen sind wichtig – aber nicht alles
Als Menschen bewegen wir uns ständig in unterschiedlichen Rollen:
• Führungskraft
• Kolleg:in
• Partner:in
• Elternteil
• Freund:in
• Berater:in
Rollen geben Orientierung. Sie strukturieren Beziehungen. Sie schaffen Klarheit im sozialen Gefüge. Und gleichzeitig entsteht manchmal die Frage:
Bin ich noch ich – oder funktioniere ich nur noch in meiner Rolle?
Gerade in psychosozialen Berufen oder in Führungspositionen erleben wir häufig, dass Menschen sehr stark in Verantwortung gehen – und dabei ihre eigene innere Stimme leiser wird.
Die Maske als Schutz – und als Distanz
Systemisch betrachtet haben Masken eine Funktion.
Sie schützen. Sie ermöglichen Anpassung. Sie helfen uns, in komplexen sozialen Systemen handlungsfähig zu bleiben.
Doch wenn die Maske dauerhaft zur Identität wird, entsteht innere Spannung.
Typische Signale:
• Erschöpfung trotz „funktionierendem Alltag“
• Das Gefühl, nicht wirklich gesehen zu werden
• Innere Unruhe oder diffuse Unzufriedenheit
• Konflikte zwischen beruflicher und privater Identität
Fasching lädt uns ein, bewusst zu fragen:
👉 Welche Masken trage ich – und welche davon sind noch stimmig?
👉 Wo spiele ich eine Rolle, die mir nicht mehr entspricht?
👉 Wo darf ich authentischer werden?
Authentizität heißt nicht: Alles ungefiltert zeigen
Authentisch sein bedeutet nicht, jede Emotion ungefiltert nach außen zu tragen.
Es bedeutet vielmehr, die eigenen Rollen bewusst zu wählen – statt von ihnen gesteuert zu werden.
In unseren Ausbildungen und Seminaren bei Sysmentalik arbeiten wir genau an diesem Punkt:
• Rollenbewusstsein entwickeln
• Systemische Zusammenhänge erkennen
• Eigene Muster reflektieren
• Handlungsspielräume erweitern
Denn wer seine Rollen versteht, kann sie flexibler gestalten.
Eine kleine Faschings-Reflexion für dich
Nimm dir 5 Minuten Zeit und beantworte für dich:
1. Welche drei Rollen bestimmen aktuell meinen Alltag am stärksten?
2. In welcher Rolle fühle ich mich am stimmigsten?
3. Wo merke ich Spannungen?
4. Welche Maske würde ich heute bewusst abnehmen?
Vielleicht ist genau jetzt ein guter Zeitpunkt, nicht nur das Kostüm –
sondern auch alte innere Zuschreibungen loszulassen.
Fasching als Einladung
Vielleicht ist Fasching weniger ein Fest der Verkleidung –
sondern eine Erinnerung daran, dass Identität wandelbar ist.
Und dass Entwicklung dort beginnt, wo wir beginnen, unsere Masken bewusst zu betrachten.
Wir wünschen dir eine närrische Zeit –
mit Leichtigkeit, Humor und vielleicht auch einem ehrlichen Blick hinter die eigene Maske.